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Latua pubiflora, der Hexenbaum oder Baum der Zauberer, ist ein kleiner dorniger Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Er ist hauptsächlich in Südamerika beheimatet, genauer gesagt in den chilenischen Wäldern. Er erreicht eine Höhe von 2 bis 4 Metern und weist ein relativ langsames Wachstum auf.
Seine Blätter sind immergrün und haben eine lanzettliche bis elliptische Form, die oft spitz zuläuft. Sie zeichnen sich durch eine fein behaarte (pubeszente) Textur aus. Die dunkelgrünen Blätter sind in der Regel zwischen 3 und 10 Zentimeter lang.
Die Blüte ist geprägt durch röhrenförmige, hängende, glockenförmige Kronblätter mit einer Länge von 3 bis 4 Zentimetern. Ihre Färbung ist besonders leuchtend und reicht von tiefem Magenta bis hin zu Violett-Purpur. Die Blüten sind fleischig und enden in fünf kleinen Lappen.
Die Frucht ist eine fleischige Beere, deren Größe mit der einer kleinen Wildtomate oder einer Kirsche vergleichbar ist. Bei der Reife wechselt die Beere ihre Farbe von Grün zu einem blassen Gelb. Obwohl diese Früchte für die Tierwelt attraktiv erscheinen mögen, enthalten sie eine extrem hohe Dosis an giftigen Alkaloiden.
Die baum der zauberer-Samen, die im Fruchtfleisch der Beeren enthalten sind, sind klein und nierenförmig. Ihre Farbe verändert sich während des Trocknens von Dunkelbraun zu Schwarz. Die Oberfläche des Samens ist oft rau – eine Eigenschaft, die seine Verankerung in den feuchten Böden der gemäßigten Wälder Chiles begünstigt.
Latua pubiflora ist vor allem für seine heilige Rolle bei den Mapuche-Indianern in Chile bekannt, wo der Strauch als „Palo de los Brujos“ (Baum der Zauberer) bezeichnet wird. Die Schamanen (Machis) verwendeten Abkochtungen der Rinde und der Blätter, um Wahrsage-Trancen herbeizuführen und Kontakt mit der Geisterwelt aufzunehmen. Aufgrund der extremen Konzentration von Scopolamin und Atropin kann diese Pflanze tiefe Halluzinationen auslösen.
Trotz ihrer hohen Toxizität wurde die Pflanze in der lokalen Volksmedizin in infinitesimalen (winzigen) Dosen eingesetzt. Sie diente hauptsächlich als krampflösendes Mittel zur Linderung von Muskelschmerzen oder schweren Koliken. Heiler verwendeten sie auch zur äußerlichen Anwendung bei bestimmten rheumatischen Beschwerden.
Nicht wegen psychoaktiver oder medizinischer Wirkungen konsumieren; Anbau ausschließlich zur Erhaltung der botanischen Art.
Heute wird sie vor allem von Sammlern seltener Pflanzen und in botanischen Gärten wegen ihres einzigartigen ästhetischen Wertes geschätzt. Ihre intensiv magentafarbenen Glocken, die im Frühjahr blühen, machen sie zu einem spektakulären Zierstrauch für gemäßigte und feuchte Seeklimazonen.
Um optimal zu gedeihen, benötigt dieser chilenische Strauch einen Waldboden, der sowohl reich an organischen Stoffen als auch gut durchlässig ist. Er bevorzugt Böden mit saurem oder neutralem pH-Wert, wie zum Beispiel eine Mischung aus Heideerde, Lauberde und Sand, um eine gute Belüftung der Wurzeln zu gewährleisten.
Die Pflanze verträgt keine pralle, brennende Sonne, die ihr empfindliches Laub austrocknen könnte. Ein halbschattiger Standort ist ideal, da er das gefilterte Licht unter dem Blätterdach der küstennahen Regenwälder imitiert.
Latua pubiflora ist mäßig winterhart und verträgt langanhaltenden Frost nur schlecht; die Resistenzgrenze liegt im Allgemeinen bei etwa -5 °C. Er gedeiht in kühlen, feuchten Klimazonen, in denen die Temperaturen das ganze Jahr über moderat bleiben.
Die Bewässerung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor: Das Substrat muss konstant feucht bleiben, darf aber niemals staunass sein, um Wurzelfäule zu vermeiden. Eine regelmäßige Wasserzufuhr, vorzugsweise mit kalkfreiem Wasser, ist während der Sommermonate, bei der Pflanzung oder bei der Topfkultur unerlässlich.
Die Vermehrung des Hexenbaums erfolgt hauptsächlich durch Aussaat oder Stecklinge. Die Stecklingsvermehrung von halbverholzten Trieben wird am Ende des Sommers unter einer Glasglocke durchgeführt.
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